denk.schule Zum Experimentierheft →

Lerneinheit · Klasse 9/10 · Biologie

Mehr Wölfe, weniger Rehe?

„Fressen Räuber ihre Beute auf, bis nichts mehr da ist? Und was hat ein Wolf mit dem Gras zu tun?"

Im Experimentierheft öffnen

Der Knopf öffnet die Einheit direkt im Experimentierheft, ein Klick auf einen Labornamen das Labor. Es läuft im Browser — kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Installation.

Thema im Lehrplan
Ökosysteme: Räuber-Beute-Beziehung, zeitversetzte Bestandsschwankungen, Nahrungskette über drei Stufen, Wirkung von oben nach unten, Gleichgewichte — dazu der Umgang mit einem Modell und seinen Grenzen.
Fach
Biologie
Klassenstufe
Klasse 9/10
Dauer
ca. 60 min (2 Schulstunden) · 8 Missionen und 6 Übertragsaufgaben

Ablauf

  1. Der Kreislauf — Rehe und Wölfe über Jahrzehnte: Wer ist wann am meisten — und fressen die Wölfe die Rehe irgendwann auf? 4 Missionen: Wer ist wann am meisten? · Fressen die Wölfe die Rehe auf? · Ohne Wölfe · Ein strenger Winter
  2. Das Gras zählt mit — Die Wölfe verschwinden. Was wird aus den Rehen — und was aus dem Gras, das kein Wolf je gefressen hat? 4 Missionen: Die Wölfe verschwinden · Und das Gras? · Wie geht das weiter? · Die Wölfe kehren zurück
  3. Übertrag — 6 Aufgaben zu einer neuen Situation, ohne Simulation. Die eigenen Messreihen stehen daneben.

Der Denkfehler, an dem die Einheit ansetzt

„Räuber fressen ihre Beute auf" und „mehr Räuber heißt einfach weniger Beute" — gedacht wird in eine Richtung, ohne Rückwirkung. Dazu: „Der Wolf frisst kein Gras, also ist er dem Gras egal."

Das sollen die Lernenden am Ende sagen können

Räuber fressen ihre Beute nicht auf: Werden die Rehe knapp, finden die Wölfe zu wenig und werden selbst weniger — dann erholen sich die Rehe. Im Modell pendelten die Rehe zwischen 35 und 102, die Wölfe zwischen 18 und 47, und das Hoch der Wölfe kam jedes Mal gut zwei Jahre nach dem der Rehe. Ohne Wölfe gab es kein Pendeln mehr, nur noch die Futtergrenze. Mit dem Gras als dritter Stufe zeigte sich, dass der Wolf bis ganz nach unten wirkt: Ohne ihn wurden aus 63 Rehen zeitweise 182, das Gras fiel von 688 auf etwa 250 Tonnen, und auf Dauer stellte sich ein anderes Gleichgewicht ein — halb so viel Gras, doppelt so viele Rehe. Kehrten die Wölfe zurück, sanken erst die Rehe, dann erholte sich das Gras. Jede Stufe reagiert später als die darüber. All das sind Ergebnisse eines Modells mit wenigen Regeln; es zeigt, wie die Zusammenhänge laufen, nicht, wie viele Tiere in einem echten Wald leben.

Tipp für den Unterricht

Beide Labore rechnen ein Modell, sie messen nichts — das steht unter jedem Diagramm und gehört ins Gespräch: Wetter, Krankheiten, Jagd und Abwanderung fehlen. Echte Bestände pendeln unregelmäßiger. Das klassische Beispiel sind die Fellzahlen von Luchs und Schneeschuhhase aus Kanada; für die Wirkung bis zur Pflanze wird oft die Rückkehr der Wölfe in den Yellowstone-Park 1995 genannt. Dort ist die Wirkung belegt, ihre Stärke in der Forschung aber umstritten — ein guter Anlass, Modell und Wirklichkeit zu unterscheiden.

So arbeiten die Lernenden

Vor jedem Versuch legen sie sich fest, was herauskommt — der Versuchsaufbau bleibt gesperrt, bis sie das getan haben. Dann zeigt der Versuch, ob die Vorhersage stimmte, und jedes Ergebnis landet in einer Messreihe. Die Regel wird nicht vorgesagt, sie ergibt sich aus den eigenen Messwerten. Sterne bewerten die Vorhersage, nicht den Fleiß.

Die Inhalte dieser Seite stehen unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 und dürfen kopiert, verändert und weitergegeben werden. Vorschlag für die Namensnennung auf der Seite Lizenz.

Beim Drucken kommt auf der zweiten Seite der Übertrag als Arbeitsblatt — für Klassen, die an der Tafel arbeiten. Die Lösungen stehen in der Handreichung.

denk.schule/einheit/mehr-woelfe-weniger-rehe/ · Inhalte: denk.schule, CC BY-SA 4.0

Übertrag: Mehr Wölfe, weniger Rehe?

Name: ______________________________ Klasse: __________ Datum: __________

Jetzt ohne Diagramm — nur mit dem, was deine beiden Messreihen zeigen. Schreibe deine Antwort auf und begründe sie mit dem, was du gemessen hast.

  1. In Kanada leben Luchse von Schneeschuhhasen. In einem Jahr gibt es besonders viele Hasen. Wann ist mit den meisten Luchsen zu rechnen?
    • a) Ein bis zwei Jahre später
    • b) Im selben Jahr
    • c) Ein bis zwei Jahre vorher
  2. In einem Gebiet haben die Rehe ihr Hoch im Jahr 13, die Wölfe 2 Jahre danach. Eine ganze Schwingung dauert 12 Jahre. In welchem Jahr ist das nächste Hoch der Wölfe zu erwarten?
  3. Ein Wald wird eingezäunt, Wölfe kommen nicht mehr hinein. Was ist nach vielen Jahren zu erwarten — nach dem, was das Modell gezeigt hat?
    • a) Die Rehe fressen alles kahl und sterben aus
    • b) Nach kurzer Zeit ist alles wie vorher
    • c) Mehr Rehe und weniger Pflanzen als vorher, auf Dauer
  4. Mit Wölfen wuchsen im Modellgebiet 688 Tonnen Gras, ohne Wölfe auf Dauer 333 Tonnen. Wie viele Tonnen Gras sind das weniger?
  5. Seeotter fressen Seeigel, Seeigel fressen Seetang. An einer Küste werden die Seeotter fast ausgerottet. Was passiert mit dem Seetang?
    • a) Er wird mehr, weil ein Tier weniger im Wasser ist
    • b) Er wird weniger, weil sich die Seeigel vermehren
    • c) Nichts — Seeotter fressen keinen Seetang
  6. Das Modell sagt für einen Wald 180 Rehe voraus. Die Zählung ergibt 140. Was folgt daraus?
    • a) Die Zählung muss falsch sein
    • b) Modelle sind nutzlos
    • c) Das Modell lässt etwas aus — zum Beispiel Wetter, Krankheiten oder Jagd

denk.schule/einheit/mehr-woelfe-weniger-rehe/ · Inhalte: denk.schule, CC BY-SA 4.0